Hallo Kölle!

Hallo hallo! Es ist unglaublich lange her, dass ich hier etwas geschrieben habe. Seither ist auch so wahnsiniig viel passiert. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll ... Ihr wisst noch von der Sache in Italien? Ich habe meinem Mann davon erzählt. Natürlich war er nicht begeistert, und wir hatten wochenlang Streit. Ich war kurz davor, den Zirkus zu verlassen, ein anderes Leben zu beginnen, vielleicht nach Italien zu ziehen. Aber ich habe mich dagegen entschiede, weil ich weiß, dass es das Falsche gewesen wäre. Ich habe mich stattdessen um die Beziehung zu meinem Mann gekümmert, habe ihm und auch mir gezeigt, dass wir ein tolles Leben zusammen haben - und nach einer sehr stressigen und nervenaufreibenden Zeit, es hat sich gelohnt, ist jetzt wieder alles gut.

In der gleichen Zeit ist leider auch Leo, der Lieblingslöwe von meinem Mann, gestorben. Er hing sehr an ihm. Aber auch diese schwere Phase konnten wir überwinden.

Nun kommen wir mit unserem Zirkus am morgigen Donnerstag nach Köln. Dort werden wir sechs Tage spielen. Köln - eine tolle Stadt! Ich liebe Kölle! Wie ich hier gelesen habe, gibt es ganz tolle Flohmärkte in Köln, die ich unbedingt in den kommenden Tagen mal aufsuchen werde, wenn wir vorstellungsfrei haben. Ich liebe ja Flohmärkte. Ich möchte mir unbedingt einen neuen Spiegel für unseren Wagen kaufen. Und tolles gebrauchtes Geschirr. Und ... Ach, ich könnte ganz viel kaufen. So sind wir Frauen eben. 

Aber jetzt muss ich mich erstmal ums Essen kümmern, gleich gibt es Mittag. Bis zum nächsten Mal! Zirkus ahoi!

29.5.13 12:27, kommentieren

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Adé Italia

Abschiede auf der einen Seite, Begrüßungen auf der anderen.

Kaum in Deutschland wieder angekommen, stand bei uns ein neues Programm auf dem Plan, das erprobt, geprobt und verfeinert werden muss. Auch für mich kommen da wieder andere Aufgaben ins Spiel, denn an sowas hängt viel Detailarbeit, die bei einem neuen Zeitplan neu entworfen werden muss. So habe ich demnächst also zum Glück viel Ablenkung und Arbeit um die Ohren, um nicht mehr an die vergangenen Tage und Wochen zu denken.

Ich fand es eigentlich immer schade, dass wir so selten über die Grenzen der deutschen Städte hinweg kamen und wenig von den Menschen in der "anderen Welt" sahen. Doch nun weiß ich, dass es wohl besser so war. Denn diese Geschichte hätte zu manch anderen Zeiten in meinem Leben ganz anders ausgehen können, als ich mir meiner Berufung noch nicht so sicher war. Natürlich, auch heute noch treiben mich manchmal Zweifel, ob dies der richtige Weg ist, für den ich mich entschieden habe. Die richtigen Menschen, der richtige Beruf, der mich nie lange an einem Ort sein lässt. Es ist ein unbeständiges Leben, in dem man manchmal aus den Augen verliert, wohin es noch führen soll.

Das trieb mich André in die Arme. Und das in meinem Alter, mit zwei so tollen Kindern. Deshalb traue ich mich auch jetzt erst, davon zu erzählen. Ich habe ein schlechtes Gewissen. Ein bisschen wünsche ich mir diese Wochen in Italien zurück und finde mein Leben öde. Auf der anderen Seite bin ich froh, dass das Ganze Durcheinander ein Ende hat und alles seinen normalen Gang nimmt. Ich, eine erwachsene Frau, habe mich nächtelang aus unserem Wohnwagen geschlichen für heimliche Rondez-vous. Ich dachte, in diesem Alter war ich nie und werde es auch nie sein. Nun, aber so ist es geschehen. Um mich war es geschehen, könnte man sagen. Das passierte, als ich diesen Pfleger traf, der uns eigentlich nur bei der Arbeit unter die Arme greifen sollte. Ob mein Mann davon erfahren sollte, weiß ich noch nicht.

3.6.11 13:42, kommentieren

Wie ich zum Zirkus kam

Wie ich zum Zirkus kam habe ich euch ja noch gar nicht erzählt. Eine spannende aber auch traurige Geschichte denn sie unterbrach mein eigentliches großes Ziel.

Wie ihr ja schon wisst bin ich erst mit 25 Jahren dem Zirkus beigetreten. Davor studierte ich Veterinärmedizin. ich wollte also Tierärztin werden. Ich stand kurz vor dem Examen und da passierte es, meine Eltern hatten einen schweren Autounfall und beiden waren sofort tot. Ein sehr harter Schlag, mir kommen heute noch Tränen in die Augen wenn ich daran denke. Gott habe sie selig. Somit sauste ich durch alle Prüfungen und das nicht nur einmal und konnte meinen Berufswunsch leider nicht beenden, das war mir damals aber egal. ich musste nebenbei noch meine kleine Schwester unterhalten und mich um sie kümmern, sie war damals 12 Jahre und selber sehr viel Kraft haben denn ich wollte nicht das sie in irgendein Heim kam.

Also ging ich um sie aufmuntern oft mit ihr weg. Besonders gerne ging sie in den Zirkus. Und da lernte ich dann meinen Mann kennen irgendwie war es Glück im Unglück. Sie waren einen ganzen Monat in der Stadt und wir hatten somit viel Zeit uns näher kennen zulernen. Er sprach mich damals an als ich mit meiner kleinen Schwester bei den Pferden stand und sie so gerne reiten wollte. Da hatte er das schönste Pony rausgesucht und sie darauf reiten lassen, damit hat er mein Herz erobert.

Er war damals noch für die ganzen Tiere und seine Löwen Vorstellung verantwortlich und erzählte mir das es alles immer ziemich anstregend sei und er bei Krankheit der Tiere gar nicht wüsste was zu tun ist. Somit kam ich dann an meinen Job und an meinen Mann und meine kleine Schwester arbeitet heute im Zirkusmanagement.

1 Kommentar 30.5.11 17:32, kommentieren

Von München an den Gardasee

So ihr Hübschen und zirkusbegeisterten Menschen da Draussen,

Wir sind nun endlich hier in München fertig mit unserer Tour. Wir hatten viel Spaß und haben viel gelacht. Der Höhepunkt war das meine kleine Tochter ihren ersten großen Auftritt hatte und somit auch in die Fußstapfen ihrer Eltern tritt. Das zweite Highlight war auch das mein Sohn zusammen mit meinem Mann begonnen hat die Löwen zu bändigen, jetzt ist er ja schon 15 Jahre und kann langsam damit beginnen, das ist auch sein größter Traum, einmal wie sein Papa auf der Bühne zu stehen und mit den Löwen zu spielen.

Nun verschlägt es uns nach Italien an den Gardasee, ich freue mich schon sehr und bin super gespannt. Wir sind mit dem Zirkus nur sehr selten im Ausland, meistens bewegen wir uns innerhalb Deutschlands. Diesmal hat es aber geklappt unser Management hat es geschafft den Termin in Thüringen (das wäre unser nächster Termin gewesen zu verlegen ) und uns einen schönen Platz am Gardasee zu besorgen. Da heißt es dann nicht nur arbeiten sondern auch Ferien machen.

Warum wir meistens nichts ins Ausland kommen liegt daran das wir meistens in der Mitte Deutschlands unterwegs sind oder im Norden da ist es dann viel zu weit hergeholt auf einmal in den Osten, Westen oder Süden zu fahren da uns somit Einnahmen abhanden kommen. Denn wenn wir unterwegs sind können wir nicht auftreten, so ist das nun mal. Ab und an fahren wir noch nach Polen oder in die Schweiz sowie Österreich. Aber an den Gardasee ist etwas ganz Neues und Aufregendes für uns. Wir sind schon alle sehr gespannt und freuen uns auf das südliche Land.

6.5.11 18:16, kommentieren

Eine neue Lampe muss her!

Hallo liebe Leser,

dies ist nun meine dritter Blogeintrag und wie beim letzten schreibe ich euch aus München. Wir sind seit einer Woche auf dem Gelände und es läuft bisher alles glatt. Alles? Naja nicht ganz

Wie ich euch ja letztes Mal erzählt habe wollte meine kleine Tochter sich in der ersten Show hier zum ersten Mal auf einem Pferd hinstellen und Kunsstücke machen also jonglieren und ein paar lustige Turnübungen. Das hat auch dank ihres harten Trainings super geklappt. Sie hat eine tolle Show hingelegt und bekam dafür vom Publikum auch großen Applaus. Ich hätte nicht stolzer sein können. Das Pferd mit dem sie in der Show arbeitet ist aber auch eins meiner liebsten weil ich es schon am längsten pflege. Sally ist eine Stute die zwar schon etwas älter aber auf keinen Fall eingerostet ist. Sie ist immer noch topfit und man kann einfach super mit ihr arbeiten.

Was nicht so super war erzähl ich euch jetzt. Als meine kleine Tochter nämlich fertig war mit der Show war sie ziemlich aufgekratzt, verständlich nach so einem spannendne Nachmittag. Als wir dann in unserem Familien-Wohnwagen waren sprang sie wie ein kleiner Floh auf ihrem Bett herum und durch den Wagen.Ich wollte sie noch ermahnen doch da war es schon passiert: sie stieß mit dem Ellenbogen versehentlich meine wunderschöne Orient-Mosaik-Lampe vom Nachttisch, die in 1000 Stücke zerbrach Der Schock war groß weil das ein Erbstück meiner Großmutter war und ich die Lampe eigentlich hüte wie meinen Augapfel. Naja aber ich konnte meiner Kleinen auch nicht lange böse sein, denn sie hatte gleich ein sehr schlechtes Gewissen.

Aber zum Glück bekam ich einen super Tipp von einer Freundin aus der Heimat als wir letztes Mal gechattet haben. Sie hat einen alten Freund in München der diese Lampen mal gesammelt hat, jetzt aber einige verkaufen muss. Und das macht er hier: Kleinanzeigen München

Da werde ich jetzt mal reinschauen, ich hoffe ich habe Glück und finde eine ähnliche Lampe, damit meine Mutter nichts merkt wenn sie uns das nächste Mal im Zirkus besuchen kommt

Vielleicht findet ihr ja auch Gefallen an den Lampen.

Bis zum nächsten Mal mit den besten Grüßen

eure Susanne

1 Kommentar 23.4.11 15:34, kommentieren

Willkommen in meinem Blog

Hallo liebe Internetfreunde und herzlich willkommen zu meinem ersten Blog!

Ich bin zwar nicht mehr die Jüngste und vielelicht daher keine typische Bloggerin aber ich habe eine Menge zu erzählen was euch interessieren wird denn ich bin Tierpflegerin in einem Zirkus. Jetzt fragt ihr euch sicher was man da alles so macht bzw. wie mein Alltag aussieht?

Dazu möchte ich euch jetzt ein bisschen was erzählen. Ich mache diesen Job seit ich 25 Jahre alt bin, das heißt ich hab schon eine Menge gesehen und erlebt. Mit dem Zirkus ist man ja eigenzlich fast das ganze Jahr unterwegs und dementsprechend an vielen schönen Orten mit immer neuem Publikum. Das ist natürlich aufregend und macht Spaß, zerrt aber auch manchmal an den Nerven. Der Zirkus ist eben auch nach Feierabend immer da und somit auch mein Wohnwagen auf dem Gelände. Wenn ich allerdings nach der Arbeit die Tür zu mache, kann ich mich eigentlich auch gut entspannen.

Ich chatte dann gerne mit Freunden aus der Heimat zum Beispiel meinen Schulfreundinnen, da gibts immer ne Menge zu bequatschen Aber leider ist das nicht immer möglich, da wir natürlich "on the Road" nicht immer Internet haben. Dafür habe ich einen anderen großen Vorteil gegenüber anderen Zirkusmitarbeitern: meine Familie immer bei mir zu haben. Mein Mann ist der Löwendompteur hier im Zirkus und unsere achtjährige Tochter übt sich auch schon fleißig im Umgang mit den Tieren.

Ich bin eigentlich die meiste Zeit des Tages mit Tieren und nicht Menschen zusammen, muss ich gestehen Ich füttere sie, wasche sie, pflege sie gesund wenn sie mal krank sind und trainiere sie natürlich. Das beginnt schon im sehr jungen Alter da wir sie so schnell wie möglich auf die Bühne vorbereiten wollen. Apropos gleich beginnt die nächste Show und ich muss nochmal nach den Elefanten sehen.

Ich hoffe euch hat mein erster Eintrag gefallen, nächstes Mal gibts eine neue Geschichte.

Viele Grüße, Susanne

15.4.11 11:40, kommentieren

Next Stop: Munich!

Hallo meine Lieben,

ich bin es wieder Susanne und ihr glaubt nicht in welcher Stadt wir heute mit dem Zirkus angekommen sind: im wunderbaren München! Ich bin schon ganz aufgeregt, da es sicher fünf Jahre her ist, dass ich diese schöne Stadt besucht habe. Ich war schon immer fasziniert von dem einzigartigen Flair. Und das beste ist, dass wir einen Monat bleiben werden, also genug Zeit für mich die Stadt noch besser kennenzulernen.

Wir werden heute natürlich erstmal mit dem Aufbau des Geländes beschäftigt sein aber wir haben einen schönen Platz mit einem kleinen Wald in der Nähe so dass sich auch die Tiere wohl fühlen werden da die Luft hier wesentlich besser ist als auf einem Parkplatz-Gelände mitten in der Stadt. Das kommt natürlich vor im Zirkus aber meine Tiere tun mir dann schon ziemliuch leid meistens. Ich merke an solchen Orten einfach dass sie unruhig werden, nicht so gut schlafen und essen. Wer kann es Ihnen auch verdenken in einer lauten Innenstadt mit vielen Abgasen usw.?

 


 

Das ist hier anders, es ist grün um unser Gelände herum und ich freue mich bereits jetzt nachher mit den Pferden eine kleine Runde im anliegenden Wald zu drehen, die werden es lieben hier. Unsere erste Show ist morgen Nachmittag, das heißt es ist noch viel zu tun. Meine kleine Tochter ist schon aufgeregt weil sie das erste Mal in der Show auf einem der Pferde stehen wird. Also wenn das Pferd seine Runde dreht in der Manege will sie aufstehen und ein paar Kunsstücke auf seinem Rücken machen. Dafür übt sie seit Wochen und sie ist wirklich begabt. Ich bin gespannt wie es morgen dann läuft.

Aber davon erzähle ich dann beim nächsten Mal!

Bis dahin, liebe Grüße

Susanne

1 Kommentar 6.4.11 17:39, kommentieren


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